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Wissenswertes über Anger

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In der Mundart spricht man den Ortsnamen als "Manga" aus, in den Vermessungs- und Liquidationsprotokollen vom 20. Juli 1835 wird das Dorf, zur Steuergemeinde Endorf gehörig, mit "Angern" benannt. Heute wird der Ort "Anger" bezeichnet. Die Flurnamenforscher verstehen unter einem Anger einen grasbewachsenen Dorfplatz, eine Gemeindeweide oder Allmende (Gemeinbesitz). Das germanische "angra" (ungepflügtes, wildgrünes Grasland), das sich dem indogermanischen "ang" (biegen, krümmen) anschließt, bedeutet also eigentlich "der Flusskrümmung folgender Grasstreifen".

Finden wir also mit dem Dorfnamen Anger einen Hinweis für einen ganzjährig wasserführenden Fluss in der Vorzeit, der im Laufe der Jahrhunderte versiegte. Solche Trockentäler, die ins Labertal münden und früher Wasser geführt haben, sind in unserer Gegend vielfach vorhanden. Oder entstand der Ortsname Anger ursprünglich aus dem Weide- oder Rastplatz eines Herrschaftshirten? Eine unter den "Degelgrubäckern" beginnende, sorgfältig geschlichtete Trockenmauer, wie man sie in Irland heute noch häufig antrifft, um Schafe einzupferchen, führt entlang des Berghanges weit bis in das angrenzendes Waldstück. Die Trockenmauer, jetzt noch ca. 50 bis 100 cm hoch, dürfte durch Abtragungen im Laufe der Zeiten erheblich an Höhe eingebüßt haben, teilweise ist sie schon ganz verschwunden. Sie scheint der letzte Hinweis für Anger als Weideplatz zu sein.

Die erste Besiedelung

Die Besiedelung des Nordwaldes oder Nordgaues wurde vom Süden von Regensburg her betrieben. Die Flusstäler von Altmühl, Laber, Vils und Naab bildeten wichtige Verkehrsstraßen und ermöglichten erste Siedlungen. Das Schottenkloster in Regensburg hat sicherlich die Rodungstätigkeit in unserem Gebiet vorangetrieben. Als Ausbauzeit nach der ersten Landnahme werden kleinräumige Binnenrodungen bezeichnet. Nehmen wir Laaber als zentralen Siedlungsort an, so werden nach der Bevölkerungszunahme im 11./12. Jahrhundert verstärkt in den unwirtschaftlichen Höhenlagen Rodungen durchgeführt. Nach Endorf und Ried wird Anger erschlossen. Zehentabgaben einiger Anwesen von Anger an den Dahmenbauernhof in Ried noch im 19. Jahrhundert bestärken diese Ansicht.

Beim Verkauf der Herrschaft Laaber im Jahre 1435 an Herzog Heinrich von Bayern-Landshut wurde ein Salbuch (Verzeichnis aller Güter) erstellt, in dem Anger mit fünf Anwesen (6 Fasnachtshennen) sowie Ried mit zwei Anwesen (zwei Fasnachtshennen) angegeben wird. 1435 wird Anger also erstmalig schon als Dorf urkundlich erwähnt, die Ansiedlung ist somit viel älter. Jeder gerichtspflichtige Untertan hatte dem Gerichtsherrn eine Fasnachtshenne zu reichen; wenn mehr Hennen abgeführt wurden, als Anwesen genannt sind, so lässt sich daraus schließen, dass inzwischen mehrere Güter in der Hand eines Untertanen vereinigt waren. Ein Kastenbuch des Amtes Laaber aus dem Jahre 1477 nennt in Anger nur ein ödes Gut mit fünfzig Denar (Pfennig) weniger Einnahmen. Wüstungsbewegungen im 15. Jahrhundert schmälerten stark die Einnahmen der Herrschaft, Ursachen waren hier häufig Seuchen, Kriege, klimatische und elementare Ereignisse.

Im Jahre 1514 wurde über das Amt Laaber ein neues Güterverzeichnis (Salbuch) angelegt, in dem Anger aufgeführt wird. Topographische Beschreibung des Landgerichts Laaber 1801: Anger (Dorf, Gemeinde Endorf) mit 10 Anwesen: 8 Bausölden, 2 Leersölden (Sölde=ein kleines zinspflichtiges Gut, 1/8 - 1/16 Hof, oft auch Ausnahmshaus, Leersölde ist ohne Grund) Högerlsee (Einöde) mit 1 Halbhof.

Gemeinde Endorf

Das Gemeindeedikt vom 17.5.1818 legte fest, dass Städte, Märkte und Dörfer, die bisher bereits eigene Körperschaften mit Gemeindevermögen dargestellt hatten, als Gemeinde anzusehen seien und bestehen sollten. Die Gemeindebildung fand im Jahre 1821 ihren Abschluss. Anger und Ried gehörten zur Gemeinde Bergstetten (Ruralgemeinde) mit den Orten Anger, Berghof, Bergstetten, Endorf, Endorfmühle, Schallerwöhrmühle, Schernried. Die Gemeinde Endorf wurde im Jahre 1830 aus Teilen der Gemeinde Bergstetten neu gebildet mit den Orten Endorf, Anger, Berghof, Endorfmühle, Hinterzhof, Högerlsee, Kronbügl, Lindenhof (Scharerhof), Papiermühle, Reiserbügel (ab 1867), Ried, Schafbruckmühle, Schallerwöhr, Schernried. Am 19.6.1801 wurde durch Kurfürst Maximilian IV. Joseph (ab 1806 König Max I. Joseph von Bayern) das Topographische Büro gegründet. In erster Linie militärische Gründe gaben den Ausschlag, einen Topographischen Atlas von Bayern (Maßstab 1: 50 000) zu erstellen.

Mit dem Friedensschluss von Luneville am 9.2.1801 war Bayern zu einem Staatswesen mit 114 verschiedenen Steuersystemen geworden. Die Grundsteuer mit 70% des Gesamtsteueraufkommens war die wichtigste Einnahmequelle des Staates, konnte aber ohne genaue Vermessung des Staatsgebietes nicht ordnungsgemäß erhoben werden. Am 27.1.1808 nahm die Steuervermessungs-Kommission ihre Arbeit auf, um einen Haus- und Grundsteuerkataster zu erstellen. Das Ergebnis der Vermessung, der Ertragsfähigkeit (Bonität, Haussteuer) sowie der "Liquidation" (=Feststellung und Anerkennung des Besitzstandes und der Belastung der Grundstücke) musste vom Anwesenbesitzer anerkannt und unterzeichnet werden. Diese sogenannten "Liquidationsprotokolle", erstellt am 20.7.1835, werden im Vermessungsamt Hemau verwahrt.

Weitere Daten

1835 umfasste das Dorf Anger in der Steuergemeinde Endorf 12 Hausnummern.
1848 endeten Reste der Grundherrschaft mit Ablösezahlungen der bisher abhängigen Bauern an den Grundherrn, Grunderwerb und -verkauf waren nun frei möglich.
1859 fuhr der erste Zug auf der Strecke Regensburg/Nürnberg, womit erstmals die Möglichkeit bestand, große Strecken anders als zu Fuß, zu Pferd oder mit Pferde-/ Ochsengespann auf ungepflasterten Wegen zurückzulegen.
1864 hatte Anger mit 71 Einwohnern und 35 Gebäuden Ried mit 19 Einwohnern und 10 Gebäuden überholt.
1880 wurde unter König Ludwig II. durch Zusammenlegung der Ämter zu Velburg und Hemau Parsberg der auch für Anger zuständige Bezirksamtssitz, 1939 erfolgte die Umbenennung in Landratsamt bzw. Landkreis.
1886 wurde die Freiwillige Feuerwehr Endorf gegründet.
1911 begann die Wassergruppe Laber-Naab mit dem Wasserleitungsbau in Anger.
1914 - 18 Erster Weltkrieg. Es fielen 4 Soldaten aus Anger, 3 blieben bis 1920 in Gefangenschaft. Die Glocken der Kapelle fielen der "Kriegsmetallgewinnung" zum Opfer.
1922 Der Burschenverein "Tannenzweig Endorf" veranstaltet im Angerer Gasthaus eine Tanzmusik.
1929 stifteten Hans Stiegler und Georg Eibl sowie die Einwohner von Anger und Umgebung neue Glocken zur Kapelle Anger.
1931 Die Vorarbeiten für den Bau eines Wasserreservoirs am Högerlsee beginnen.
1939 bis 1945 Zweiter Weltkrieg
Am 23.10.1936 musste in Anger ein Doppeldecker notlanden. In kurzer Zeit hatte sich um das Flugzeug eine große Menschenmenge versammelt. Das Flugzeug wurde zerlegt und mit Lastwagen abtransportiert
1953 wurde Anger ans Stromnetz der OBAG angeschlossen, nach und nach zog in jedes Haus "das Elektrische" ein.
1954 wurde unser Paten-Schützenverein "Tannenzweig Endorf" gegründet.
1965/66 wurde die Ortsverbindungsstraße von Ried über Anger in Richtung Unterlichtenberg geteert, die Straßen in Anger folgten bis 1977.
1968 wurde unser Schützenverein gegründet.
1968 erhielt Anger über die Anschlussstelle Laaber eine Autobahnanbindung.
1971 kam das Ende der politischen Gemeinde Endorf mit der Eingemeindung in die Marktgemeinde Laaber.
1972 wurde bei der Gebietsreform der Landkreis Parsberg aufgelöst; Laaber wurde dem Landkreis Regensburg zugeschlagen.
Mit der Eröffnung von Realschule (1966) und Gymnasium (1971) in Parsberg verbesserte sich das Schulangebot für die Angerer Kinder deutlich, vorher musste ein Oberschüler bis Regensburg fahren. Grund-/Hauptschulort ist seit der Einführung der allgemeinen Schulpflicht 1802 Laaber; der Schulbus verkehrt erst seit 1969, vorher mussten die Kinder zu Fuß nach Laaber gehen.
1972 startete die regelmäßige Müllabfuhr.
1974 erhält Anger eine Straßenbeleuchtung.
1976 erschien das Mitteilungs- und Amtsblatt der VG Laaber und versorgt seitdem die Angerer mit wichtigen Informationen.
1980 wurden in Anger Straßennamen eingeführt.
1990 schloss die traditionelle Dorfwirtschaft Eichenseher. Anger besitzt seitdem keine öffentliche Gaststätte mehr.
1991 wurde der Spiel- und Bolzplatz Anger errichtet.
1993/94 erfolgte der Schützenheimbau.
1997 wohnten in Anger 118, in Högerlsee 3 Menschen.
1998 feierte der Schützenverein "Brüder vom Rauschtal" Anger e.V. sein 30-jähriges Bestehen.
2002 sind in Anger 100, in Högerlsee 3 Bürger gemeldet.
Im Vorfeld der Kommunalwahlen zeigte sich, dass das Schützenheim als Dorfmittelpunkt das ehemalige Gasthaus ersetzt: Fast alle politischen Gruppierungen stellten hier ihre Kandidaten vor. Der Schützenverein und das Dorf Anger haben 2002, wie schon viele Vereine, einen eigenen Internetauftritt. Im Mai 2002 brannte auf dem Anwesen Pollinger ein Holzschuppen bis auf die Grundmauern nieder. Das Feuer griff auf das angrenzende Wohnhaus über und durch die Hitze kam es auch bei drei weiteren Nachbargebäuden zu kleineren Schäden. Durch den Großeinsatz der Feuerwehren konnte eine Katastrophe verhindert werden.
Ende 2006 hatte Anger 95 Einwohner.
Anfang 2007 begannen die Bauarbeiten zur Ortsumgehung Ried, die nach ihrer Fertigstellung auch eine Entlastung für Anger bringen soll. Nach Abschluss dieser Straßenbaumaßnahme soll in Ried und Anger die Kanalisation errichtet werden.
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